Betriebsräte im Industriepark Gersthofen diskutieren mit der bayrischen SPD-Vorsitzenden Ronja Endres. Dabei wird der Corona-Sicherheitsabstand eingehalten.
Betriebsräte und Vertrauensleute im Industriepark Gersthofen diskutieren mit der bayrischen SPD-Vorsitzenden Ronja Endres. Foto: IG BCE

Betriebsrät*innen und Vertrauensleute der IG BCE diskutieren mit der SPD

Fünfzehn interessierte Betriebsrät*innen und Vertrauensleute trafen sich auf Einladung von IG BCE Bezirksleiter Torsten Falke mit der bayerischen SPD Vorsitzenden Ronja Endres und mit der Bundestagskandidatin Heike Heubach (SPD) im Industriepark Gersthofen, um über ihre Themen und Erfahrungen zu berichten. In dem zweistündigen Austausch ging es zunächst um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Industriearbeitsplätze am Industriepark Gersthofen, aber auch über Lieferengpässe bei Rohstoffen und elektronischen Bauteilen wurde berichtet. Es wurde unter anderem über eine starke Leistungsverdichtung und über den immer stärker, feststellbaren Fachkräftemangel berichtet. Immer weniger junge Leute werden in den Schulen auf Industriearbeitsplätze in der Produktion oder im Handwerk orientiert, obwohl dort in der Regel gute Tarifverträge für eine anständige Bezahlung und ordentliche Arbeitsverhältnisse sorgen. Auch Betriebsräte, die für Gerechtigkeit sorgen sind dort häufig anzutreffen.

IG BCE fordert stärkeres Engagement der SPD gegen die Behinderung von Betriebsräten

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die in Bayern feststellbare geringe Tarifbindung von Betrieben, sowie die in manchen Betrieben gezielte Behinderung von BR Wahlen und das „Bashing“ von Betriebsräten. Hier fordern die Gewerkschaften und die Betriebsräte ein stärkeres Engagement der SPD, um diesem Missstand entgegenzuwirken. Die SPD-Spitze wurde aufgefordert sich dafür einzusetzen, dass in Bayern Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften gebildet werden, die diese „Angriffe“ auf die Demokratie im Betrieb verfolgen. Ebenso wurde die Forderung laut, dafür zu sorgen, dass im Betriebsverfassungsgesetz eine ähnlich hohe Strafe wie bei Vergehen gegen die Datenschutz Grundverordnung verankert wird. Damit wird der Bagatellisierung von Angriffen gegen Betrieb Verfassungsorgane durch die bisherigen Staatsanwaltschaften entgegengewirkt.

„Im Industriepark Gersthofen ist heile Welt!“ so ein Teilnehmer, „aber nur einige Straßen weiter verhindert ein namhafte Anhängerhersteller, ein Autozulieferer oder mehrere Glasbauspezialfirmen seit Jahren Betriebsräte und Tarifverträge!“ Die Forderung an die SPD lautete daher: „tut bitte was für die Beschäftigten in den Betrieben, dann werdet ihr auch wieder mehr Wählerstimmen erhalten!“ Ronja Endres und auch Heike Heubach versprachen, die Themen mitzunehmen und an geeigneter Stelle zur Sprache zu bringen!

Ronja Endres will ihren Einfluss für die Arbeitnehmer*innen geltend machen

Die SPD Parteivorsitzende ging in der Diskussion detailliert auf die Anfragen und Hinweise der Betriebsrät*innen ein und berichtete über ihr starkes Engagement für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rahmen ihrer Tätigkeit als Vorsitzende der bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD. Durch diese Funktion habe sie auch die Möglichkeit direkt beim SPD Bundesvorstand aber auch den zuständigen Ministerien auf Landes- und Bundesebene Einfluss zu nehmen. Von den am Industriepark Gersthofen vorhandenen Mitbestimmungsgremien in den Unternehmen war Ronja Endres positiv angetan. Sie sei heute erstmals in den Industriepark gekommen um den vielfach ehrenamtlich tätigen Betriebsräten und Vertrauensleuten zuzuhören. Sie wisse aus eigener Erfahrung als abhängig Beschäftigte, wie wichtig Jugendvertretungen, Betriebsräte und Vertrauensleute mit ihren Gewerkschaften für die Beschäftigten seien.

IG BCE und SPD appellieren an Unternehmen im Industriepark die Ausbildung zu stärken

Abschließend wünschte die SPD Parteivorsitzende auch im Namen ihres Parteikollegen Florian von Brunn, der zusammen mit ihr die Parteispitze bildet, den Betriebsrät*innen viel Erfolg bei den in Jahr 2022 anstehenden Betriebsratswahlen. In einem anschließenden Gesprächstermin mit der Geschäftsführung der MVV Industriepark Service GmbH erkundigten sich die Politikerinnen über die wirtschaftliche Lage, sowie zukünftige Investitionen zur Erhaltung der Arbeitsplätze am Industriepark in Gersthofen. Unter anderem wurde auch die Ausbildungsplatzsituation angesprochen. Der Industriepark gilt seit Jahren als einer der größten Ausbildungsbetriebe im Landkreis Augsburg. Sowohl IG BCE als auch die SPD-Vertreterinnen appellierten an die Unternehmen am Industriepark Gersthofen, gerade der jungen Generation, die durch die Corona Pandemie im Schulalltag massive Nachteile erleiden musste, eine Chance auf eine Berufsausbildung zu gewähren.

Hier geht es zur Homepage der IG BCE Augsburg: IG BCE Bezirk Augsburg

 

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