Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE. Er ist unter anderem für den Bereich Jugend zuständig. Foto: Helge Krückeberg

Sozialpartner wollen mit gemeinsamer Plattform Matching zwischen Ausbildungssuchenden und Betrieben verbessern

Eine gemeinsame Plattform für Ausbildungssuchende aufbauen: Darauf haben sich die IG BCE und die Spitzen der Arbeitgeberverbände am Freitag auf einer virtuellen Diskussionsveranstaltung geeinigt. Diese Online-Plattform soll Betriebe mit noch offenen Ausbildungsstellen und Personen, die einen Ausbildungsplatz suchen, zusammenbringen. 

Die Veranstaltung verfolgten rund 1000 Zuschauer*innen per Livestream. Vertreten waren unter anderem die Arbeitgeberverbände der Chemie-, Papier-, Glas- und Keramikindustrie. Sie bildete den Abschluss des IG-BCE-Aktionsmonats „Jetzt Ausbilden“, der zum Ziel hatte, gemeinsam mit den Arbeitgebern konkrete und verbindliche Lösungen für das Ausbildungsplatzangebot zu verabreden. Hintergrund ist die – unter anderem im Zuge der Corona-Pandemie – um rund zehn Prozent gesunkene Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze bundesweit.

Vor-Coronazeit bleibt die Messlatte für Ausbildungsplatzzahlen

„Auch in den IG-BCE-Branchen wurden im vergangenen Jahr rund 700 Ausbildungsplätze weniger angeboten. Das können, wollen und werden wir nicht akzeptieren“, betonte IG-BCE-Bundesjugendsekretär Philipp Hering auf der Veranstaltung. Die Vor-Coronazeit bleibe dabei die Messlatte für die Zahl der Ausbildungsplätze. 

Francesco Grioli, im Vorstand für die Themen Jugend und Ausbildung zuständig, unterstrich: „Der Aufbau der gemeinsamen Plattform ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein erster Lösungsansatz.“ Es gebe aber weiterhin noch viele Baustellen. Der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis erinnerte an das gemeinsame, sozialpartnerschaftliche Verständnis von guter Berufsausbildung: „Wir blicken auf eine lange und erfolgreiche Kooperation zurück. In der aktuellen Ausbildungskrise muss diese Kooperation in unseren Branchen erfolgreiches Vorbild bleiben.“

Auf der Veranstaltung verständigten die Sozialpartner sich außerdem darauf, dass sie in diesem Jahr noch einmal versuchen wollen, das Angebot zu steigern, indem freie Kapazitäten in den Ausbildungszentren über Verbundausbildungen angeboten werden. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Ausbildungsplätze außerdem wieder erhöht werden.

Deutschlandweit demonstrieren Hunderte für Ausbildungsplätze

Mit einer Aktion im Ausbildungszentrum im Chempark Dormagen hatte der IG-BCE-Landesbezirk Nordrhein den Aktionsmonat gestartet. Deutschlandweit folgten weitere Aktionen und Demonstrationen mit hunderten Teilnehmer*innen. Darüber hinaus war die IG BCE zusätzlich auf betrieblicher Ebene aktiv: Sie forderte alle Arbeitsdirektor*innen, Betriebsräte sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen in ihren Branchen auf, das Ausbildungsniveau in den Betrieben auszubauen und noch freie Stellen mit Hochdruck zu besetzen. 

In der Petition „Jetzt! Ausbilden“ fordert die IG BCE von den Unternehmen außerdem: „Nehmt eure Verantwortung endlich ernst, denn es geht auch um eure Zukunft!“ 3000 Personen haben die Petition mittlerweile unterschrieben. Diese Unterschriften überreichte die Gewerkschaft den Vorsitzenden der Arbeitgeberverbände am Freitag. https://heute-schon-das-morgen-denken.de/

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