Tarifrunde Feinkeramik: Keine Einigung in erster Runde

Die Tarifkommission Feinkeramik der IG BCE hat die Verhandlungen mit den Arbeitgebern der Feinkeramik-Industrie in der ersten Tarifrunde unterbrochen. Das Angebot der Arbeitgeber für die rund 17.000 Beschäftigten sei nicht akzeptabel gewesen, wie IG-BCE-Verhandlungsführer Bernd Stahl erklärte. Die zweite Tarifrunde findet am 14. Juli in Kassel statt. ​„In den Gesprächen war null Bewegung, wir sind keinen Schritt weitergekommen. Das ist sehr frustrierend“, berichtete Verhandlungsführer Stahl nach der Unterbrechung der Verhandlungen. Es werde ein sehr langer und harter Weg, um zu einem Tarifergebnis zu kommen. „Aber wir geben nicht klein bei“, sagte Stahl kämpferisch.
Die IG-BCE-Tarifkommission hatte für die Beschäftigten der Feinkeramik-Industrie (West) eine deutliche Erhöhung der Vergütungen gefordert, eine Weiterentwicklung der tariflichen Einmalzahlungen (wie zum Beispiel dem Demografie-Betrag oder dem Urlaubsgeld) sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die wirtschaftlichen Aussichten für das laufende Jahr seien größtenteils optimistisch und mittelfristig auf Erfolgskurs, so Stahl. Die Bandbreite der Branche reicht von hoch technologisierten Weltmarktführern bis hin zu kleineren Betrieben, in denen stark handwerklich gearbeitet wird. Die feinkeramische Industrie umfasst die Sparten Porzellan, Sanitärkeramik und technische Keramik. Technische Keramik findet zum Beispiel in der Medizintechnik oder im Automobilbau Anwendung.
Regionale Schwerpunkte in der feinkeramischen Industrie (We​st) sind in Bayern, in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Große Betriebe sind der Keramikhersteller Villeroy & Boch mit Standorten in Merzig und Mettlach und der Hersteller und Entwickler von technischer Keramik, CeramTec, mit Standorten in Marktredwitz, Lauf und Plochingen. Weitere wichtige Unternehmen sind der Porzellanhersteller BHS Tabletop (Schönwald), der Hersteller von Keramik-Kondensatoren, Vishay (Selb), die Porzellanfabrik Christian Seltmann (Weiden), Technical Ceramics (Kempten) und der Sanitärkeramikproduzent Duravit (Hornberg).​​
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