Landesbezirksdelegiertenkonferenz Bayern 2021
So digital wie unsere Landesbezirksdelegiertenkonferenz, können auch Betriebsversammlungen durchgeführt werden. Foto: Julian Liebner

Landesbezirksdelegiertenkonferenz Bayern: „Sie geben den Beschäftigten eine Stimme und der Politik wichtige Impulse“

90 Delegierte, 128 Anträge, fast neun Stunden virtueller Austausch. Das war die Landesbezirksdelegiertenkonferenz Bayern 2021 am Wochenende in bloßen Zahlen. Inhaltlich stehen dahinter zwei intensive Tage, an denen neue Gremien gewählt, leidenschaftlich diskutiert und die Zukunft der gewerkschaftlichen Arbeit in Bayern und darüber hinaus gestaltet wurde. Auf die coronabedingten Herausforderungen, nicht nur für die Konferenz selbst, die pandemiebedingt virtuell stattfinden musste, machte Beate Rohrig direkt zu Beginn aufmerksam. „Wir müssen kreativ sein, um mit den Menschen weiterhin im Gespräch zu sein, denn nur wenn wir viele sind, können wir stark und mutig für die Beschäftigten weiterkämpfen“, so die Landesbezirksleiterin der IG BCE in Bayern.

Große Themenvielfalt in den Anträgen der Delegierten

Dafür stehen auch die auf den Weg gebrachten Anträge. Darunter unter anderem die vom Landesbezirksvorstand eingebrachte Aufforderung, die IG BCE möge mit allen Mitteln darauf hinwirken, die Gleichstellungspolitik zu fördern. Damit soll eine echte Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen, sowie eine faire Teilhabe von schwerbehinderten Beschäftigten auch und insbesondere in Krisenzeiten sichergestellt werden. Zusätzlich sprachen sich die Delegierten dafür aus, eine „Digitale Denkfabrik“ einzurichten, um die Digitalisierung als IG BCE aktiv mitzugestalten. „Wir sind als IG BCE gefragt, die Balance zu finden zwischen Moderne und Tradition genauso wie zwischen sozialpartnerschaftlichem Handeln und hartem Durchsetzen unserer Interessen und Forderungen“, so Beate Rohrig.

Auch Petra Reinbold-Knape verwies auf die wichtige Rolle, die der IG BCE in einer Phase der Transformation und des gesellschaftlichen Wandels zuteil wird. „Wie verändern sich Betriebe und Arbeit? Wo müssen wir Schutzfunktion übernehmen und wo gestalten? All diese Fragen gilt es zu beantworten“, so das Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand (gHV) der IG BCE. Petra Reinbold-Knape, die sich im Verlauf der Konferenz immer wieder in Blitzinterviews den Fragen der Delegierten stellte, hob als einen gelungenen Baustein für die IG BCE der Zukunft insbesondere igbce.pro hervor, das digitale Kompetenzzentrum der IG BCE Bayern.

DGB weißt auf Bedeutung der Gewerkschaften in der Krise hin

Neben den Bezirksleiter*innen und Sekretär*innen aus allen bayerischen Bezirken nahmen auch Ronja Endres, Vorsitzende der Bayern SPD und Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, sowie dessen Stellvertreterin Verena Di Pasquale an der virtuellen Konferenz teil. Letztere betonte in ihrem Grußwort: „Wir Gewerkschaften haben immer gezeigt, dass wir mit Krisen umgehen können. Wir wissen worauf es ankommt und handeln dann auch entsprechend.“

Carolina Trautner, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales dankte per Videobotschaft im Namen der Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder den Delegierten: „Sie setzen sich mit Leidenschaft für die Interessen der Arbeitnehmer*innen ein.“ Die CSU-Politikerin weiter: „Wir brauchen gerade jetzt kritische Köpfe, die die Veränderungen in unserer Arbeitswelt genau beobachten und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Das tun sie. Sie geben den Beschäftigten eine Stimme und der Politik wichtige Impulse.“

Am Ende einer lebendigen digitalen Konferenz standen zahlreiche neue Ideen, um die gewerkschaftspolitische Arbeit der kommenden vier Jahre in Bayern voranzubringen. Das Fazit aller Delegierten: Es war ein gelungener letzten Zwischenschritt der internen Willensbildung vor dem Gewerkschaftskongress im Oktober. Jetzt wird Zukunft geschrieben.

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