71 Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertag erhalten Urlaubsgeld, nur 34 Prozent der Beschäftigten ohne Tarifvertrag erhalten ebenfalls Urlaubsgeld
Grafik: Hans-Böckler-Stiftung

Urlaubsgeld bekommen vor allem Beschäftigte mit Tarifvertrag

Die Hans-Böckler-Stiftung hat eine Analyse zum Urlaubsgeld veröffentlicht. In Deutschland erhalten 44 Prozent aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Ob jemand eine solche Zahlung bekommt oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Der mit Abstand wichtigste ist die Tarifbindung: Von den Beschäftigten in tarifgebunden Unternehmen bekommen 71 Prozent Urlaubsgeld, ohne Tarifvertrag sind es nur 34 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Online-Befragung des vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) betriebenen Internetportals Lohnspiegel.de. Für die Analyse wurden die Angaben von mehr als 53000 Beschäftigten aus der Zeit zwischen August 2019 und Mai 2020 ausgewertet.

Darin zeigt sich auch ein Gefälle zwischen Ost und West. In Westdeutschland erhalten 47 Prozent der Beschäftigten die Sonderzahlung zum Urlaub. In Ostdeutschland sind es nur 32 Prozent. Dies liegt vor allem an der geringeren Tarifbindung im Osten.

Während der Corona-Krise und der damit verbundenen Kurzarbeit stabilisiert das Urlaubsgeld die Einkommen der Beschäftigten. Je nach Branche und Tarifvertrag werden zwischen 155 und 2513 Euro an die Beschäftigten ausbezahlt. Einigen Arbeitgebern ist diese Zahlung wahrend der Corona-Krise ein Dorn im Auge. Sie würden diese Zahlung am liebsten für dieses Jahr aussetzen. Dies ist nicht so einfach möglich, wenn die Beschäftigten dank Tarifvertrag ein Recht auf diese Zahlung haben.

 

Die gesamte Analyse findet ihr hier: Hans-Böckler-Stiftung: Urlaubsgeld stabilisiert Einkommen

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